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Treasury

Hausbankstrategie für internationale Gruppen

Gewachsene Bankbeziehungen kosten Zinsen, Zeit und Kontrolle. Wie CFOs die Bankenlandschaft einer Gruppe strukturiert neu ordnen.

23. September 2026 · 3 Min. Lesezeit

Wenn Unternehmen über Ländergrenzen wachsen, wachsen die Bankbeziehungen meist ungeplant mit. Jede Gesellschaft hat eine eigene Bank, ein eigenes Online-Banking und eigene Konditionen. Das Ergebnis ist teuer und unübersichtlich: verstreute Liquidität, keine Zinsen auf Guthaben und kaum Verhandlungsmacht.

Zuerst die eigene Liquidität verstehen

Bevor ein CFO mit Banken spricht, sollte klar sein, wie viel Liquidität die Gruppe hält, wo sie liegt und welcher Teil dauerhaft nicht benötigt wird. Aus der täglichen Liquiditätsplanung lässt sich ableiten, welche Beträge für welche Laufzeiten angelegt werden können. Nicht verzinste Guthaben in Millionenhöhe sind in vielen Mittelständlern eine unterschätzte Ergebnisquelle.

Kriterien vor Angeboten

Die Auswahlkriterien sollten feststehen, bevor Angebote eingeholt werden:

  • Eigene Präsenz in allen relevanten Ländern, nicht nur über Partnerbanken.
  • Ein Rahmenvertrag und ein Online-Banking für alle Gesellschaften.
  • Verzinsung von Einlagen, auch in lokalen Währungen.
  • Anbindung an das ERP für Kontoauszüge und Zahlungsdateien.
  • Garantien und Avale, Firmenkarten und Devisengeschäfte.
  • Qualität und Erreichbarkeit der Betreuung.

Angebote vergleichbar machen

Banken bieten gern Pakete an, die sich schwer vergleichen lassen. Ein CFO sollte identische Anfragen stellen: Einlagenbeträge, Laufzeiten, Währungen, Zahlungsvolumen, Kartenbedarf. Nur so entsteht ein Vergleich auf gleicher Basis. Konditionen sollten schriftlich vorliegen, bevor ein aufwendiges Onboarding beginnt.

Phasen statt Big Bang

Ein schrittweiser Wechsel ist fast immer besser als ein vollständiger Umzug. Bestehende Banken bleiben als Zweitbanken erhalten, der Umzug erfolgt Land für Land. Einlagen werden gestaffelt: ein Teil fest, ein Teil rollierend, später auch in lokalen Währungen. Das reduziert das Risiko eines langsamen Onboardings und erhält Verhandlungsspielraum.

Avale getrennt betrachten

Garantie- und Avalbedarf sollte nicht automatisch an die Hausbankentscheidung gekoppelt werden. Kautionsversicherer sind oft eine günstigere Alternative. Wer beides vermischt, schwächt die eigene Position in beiden Verhandlungen.

Eine Seite für die Entscheidung

Die Geschäftsführung braucht eine einseitige Gegenüberstellung: Kosten, Zinsen, Länderabdeckung, Risiken und eine klare Empfehlung. Zwanzig Seiten Bankangebote führen zu einer Vertagung, nicht zu einer Entscheidung.

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